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Energieeffizienz von Häusern verliert an Bedeutung

Sep 25

Einfluss des Energiewertes auf die Kaufentscheidung

Bei Temperaturen weit unter Null weiß man ein warmes Zuhause besonders zu schätzen – vor allem mit einem Energieverbrauch, der den Kontostand nicht schmelzen lässt, wie Schnee auf einem schlecht isolierten Dach. Doch ist die errechnete Energiebilanz des 2008 eingeführten Energieausweises für Immobilienkäufer nach wie vor ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Erwerb eines Eigenheimes? Laut dem aktuellen Immobilienbarometer (Dezember 2016) von Interhyp und ImmobilienScout24 zunehmend weniger.

Eingeführt wurde der Energieausweis mit dem Ziel, den Verbrauch oder Bedarf eines Gebäudes an Heizung und Warmwasser transparent zu machen. Wie bei den Energieeffizienzklassen von Elektrogeräten werden die Ergebnisse in einer Farbskala dargestellt und in Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche ausgedrückt. Leider versteht laut Immobilienbarometer nicht einmal jeder dritte Befragte das komplette Dokument und nur jeder neunte sieht einen Mehrwert darin. Der Nachteil: Ein Verbrauchsausweis spiegelt lediglich den Verbrauch aller Bewohner, jedoch nicht den Pro- Kopf-Verbrauch, der zusätzlich noch abhängig ist vom persönlichen Nutzerverhalten (siehe Dezember-Beitrag „Richtig heizen und Geld sparen“).

Ohnehin ist der energetische Zustand einer Immobilie momentan für die Kaufentscheidung deutlich weniger relevant als früher, die Energieeffizienz von Häusern verliert an Bedeutung. War er 2011 noch für ein Viertel der Befragten interessant, ist er dies 2016 nur noch für knapp 16 Prozent. Das kann natürlich auch an den niedrigen Gas- und Heizölpreisen liegen, die das Thema Energieeffizienz bei vielen Bundesbürgern aus dem Fokus haben verschwinden lassen. Laut der Umfrage achten rund 75 Prozent der Käufer in erster Linie gezielt auf eine zeitgemäße Heizungsanlage und eine hoch isolierende Mehrfachverglasung (68 Prozent), gefolgt von einer guten Dach- und Fassadendämmung (59 und 55 Prozent). Eine Solarthermieanlage oder eine Kellerdämmung rangieren am untersten Ende der Interessensliste.

Ein weiterer Kritikpunkt zu den Berechnungen in den Energieausweisen sind die schwankenden Ergebnisse – je nach erfassten Daten des beauftragten „Experten“. Das liegt an der Fülle der offiziell zur Ausstellung eines Energieausweises berechtigen Handwerker wie Heizungsbauer, Bauhandwerker oder Schornsteinfeger, mit und ohne Meistertitel. So variieren laut einer Untersuchung die Ergebnisse um bis 26 Prozent bei einer Gebäudebemessung.

Mein Tipp: Achten Sie als Verkäufer unbedingt darauf, dass Ihr Energieausweis von einem qualifizierten Energieberater erstellt wird – auch einige Immobilienmakler bieten diesen Service an. Und: Nutzen Sie die Ergebnisse des aktuellen Immobilienbarometers und halten Sie bei Besichtigungsterminen für Interessenten konkrete Informationen über das Alter der Fenster und der Heizungsanlage, so wie die letzten Dämmmaßnahmen an Dach und Fassade parat. Bleiben Sie dabei stets ehrlich! Die meisten Immobilienkäufer rechnen ohnehin mit energetischen Folgeinvestitionen.

 

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