Erfahrungen & Bewertungen zu Stefan Schauss

Nießbrauchrecht versus Wohnrecht

Jul 20

Teil 1: Nießbrauchrecht

Sie besitzen Wohneigentum und machen sich Gedanken, wie Sie im Alter darin wohnen bleiben können und trotzdem die Immobilie bereits heute an Ihre Kindern übertragen können? Dann kommen für Sie zwei Möglichkeiten in Frage, bei denen Sie Ihre Rechte nicht komplett abtreten müssen. Zum einen das sogenannte Nießbrauchrecht, zum anderen das lebenslange Wohnrecht. In diesem und im nächsten Ratgeber erkläre ich Ihnen kurz worin sich beide Rechte unterscheiden.

So viel bereits zu Beginn: In beiden Fällen kann die vorweggenommene Schenkung und Eigentumsübertragung an Ihre Nachkommen erbschaftssteuerliche Vorteile haben. Beginnen wir mit dem Nießbrauchrecht. Dieses ist in den §§ 1030 ff. BGB geregelt. Weil es sich hierbei um eine Belastung des Grundstücks bzw. der Wohnung handelt – vergleichbar mit dem Wegerecht – muss dieses auch ins Grundbuch eingetragen werden. Als ursprünglicher Eigentümer behalten Sie weiterhin das Recht, die Immobilie zu Wohnzwecken zu nutzen oder die Vorteile, die eine Vermietung mit sich bringt (Mieteinahmen) zu behalten.

Ein solches Nießbrauchrecht wird vertraglich festgehalten und kann sowohl lebenslang als auch befristet gelten. Damit erhalten Sie weiterhin das Nutzungsrecht Ihrer Immobilie und die wirtschaftlichen Vorteile (die sogenannte Fruchtziehung) daraus. Das Verfügungsrecht (z.B. den Verkauf) übertragen Sie mit dem Eigentum auf Ihre Kinder.
Keine Sorge! Da Ihr Nießbrauchrecht im Grundbuch festgehalten ist, ändert sich auch nach einer Veräußerung der Immobilie für Sie nichts. Zu bedenken gilt es allerdings für Ihre Kinder, dass eine Immobilie mit eingetragenem Nießbrauch nicht ganz so einfach zu verkaufen ist bzw. meist nur mit gewissen finanziellen Verlusten. Denn der neue Eigentümer kann die Immobilie nur inklusive des bestehenden Nießbrauchrechtes erwerben.

Fazit – Als Immobilieneigentümer verfügen Sie im Wesentlichen über drei Rechte: Nutzung, Fruchtziehung und Verfügung. Mit dem Nießbrauchrecht überträgt Ihnen der Eigentümer (Ihre Kinder) das Recht zur Nutzung und zur Fruchtziehung. Nur die Verfügung (Verkaufsrecht) behält er für sich. Ein Nießbrauchrecht kann übrigens nicht vererbt werden!

Mein Tipp – Da das Nießbrauchrecht unterschiedliche Gegenstände (Sachen, Rechte, Vermögen) zur Grundlage haben kann und es verschiedene Arten von Nießbrauchrechten (z.B. Quotennießbrauch oder nachrangiger Nießbrauch) gibt, empfehle ich Ihnen sich unbedingt von einem Fachanwalt für Erbschaftsrecht beraten zu lassen. Schließlich geht es um eine für alle Beteiligten stimmige Lösung, die keinen Unfrieden stiften sollte!

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