Erfahrungen & Bewertungen zu Stefan Schauss

Teil 10 – Verkaufsabwicklung: Notarvertrag

Feb 11

Der passende Käufer für Ihr Haus ist gefunden und Sie haben zur gegenseitigen Absicherung entweder eine Reservierungsvereinbarung oder einen Vorvertrag aufgesetzt. Nun erfolgt der nächste Schritt, der Kaufvertrag. Rechtlich vorgeschrieben ist hier das Mitwirken eines Notars. Denn ohne eine notarielle Beurkundung ist der rechtskräftige Verkauf Ihrer Immobilie nicht möglich! Spätestens jetzt sollte Ihnen der Käufer seine Bonität per Finanzierungszusage oder Vermögensübersicht glaubhaft übermittelt haben.

Üblicherweise entscheidet der Käufer über die Wahl des Notars. Als Verkäufer sind Sie nun aufgefordert alle für den Kaufvertrag relevanten Unterlagen zu beschaffen und vorzulegen. Dazu gehören: a) Ein aktueller Grundbuchauszug, den Sie direkt beim Grundbuchamt oder über den Notar erhalten. b) Ein Erbschein, falls Sie Ihre Immobilie gerade erst geerbt haben und noch nicht im Grundbuch als Eigentümer eingetragen sind. c) Zur Löschung von Belastungen notwendige Unterlagen – falls solche noch im Grundbuch eingetragen sind und diese die wirtschaftliche Situation nicht mehr richtig wiedergeben (weil z.B. der zugrundeliegende Kredit bereits zurückgezahlt wurde). d) Eine aktuelle Flurkarte. e) Eine Auskunft des Baulastenverzeichnisses, wenn Ihre Immobilie nicht in Bayern liegt und die Baulasten somit nicht automatisch im Grundbuch verzeichnet sind.

Darüber hinaus gehören in den Notarvertrag selbstverständlich auch die Höhe des Kaufpreises, der Zahlungs- und Übergabetermin so wie besondere Vereinbarungen wie die Übergabe von Inventar oder noch zu erbringende Renovierungsleistungen.

Eine weitere Sicherheit für Käufer und Verkäufer bringt einen sogenannte Auflassungsvormerkung im Notarvertrag, die den Käufer bereits im Grundbuch als Eigentümer vormerkt. Allerdings erst mit der notariellen Beurkundung beim Notartermin ist der Kaufvertrag rechtlich bindend und der Käufer kann ohne Ihre Mitwirkung nicht mehr vom Hauskauf zurücktreten. Eine Ausnahme davon ist das nachträgliche Auftreten von wesentlichen Mängeln am Haus, die Sie „arglistig“ im Vorfeld verschwiegen haben.

Bitte beachten Sie, dass der Notar keine steuerliche Beratung vornimmt. Falls Sie Ihre Immobilie erst innerhalb der letzten zehn Jahre erworben haben, könnte das Thema Spekulationsgewinn auf Sie zukommen. Hier müssten Sie einen möglichen Gewinn durch den Immobilienverkauf zu Ihrem persönlichen Steuersatz versteuern. Fragen Sie Ihren Steuerberater und klären Sie ggf. Ihre Möglichkeiten mit ihm ab.

Aufgrund Ihrer Angaben und Absprachen mit dem Käufer wird der Notar nun den Immobilienkaufvertrag aufsetzen und beiden Parteien vorab zukommen lassen. So haben Sie Gelegenheit sich auf den Notartermin vorzubereiten und die notariellen Fachausdrücke zu verstehen und eventuell letzte Änderungen vorzunehmen.

Übrigens: Die Bonität des Käufers ist nicht nur bezüglich der Zahlung des Kaufpreises wichtig! Als Verkäufer haften Sie gesamtschuldnerisch für den Käufer sowohl bei den anfallenden Notargebühren als auch bei den im Grundbuchamt entstehenden Kosten und die zu entrichtende Grunderwerbssteuer des Käufers.

Mein Tipp: Informieren Sie sich im Vorfeld Ihres Immobilienverkaufs so umfassend wie möglich. Eignen Sie sich möglichst viel Fachwissen zu diesem essentiellen Thema an, bevor Sie den privaten Immobilien-Verkauf starten.

Ihr Makler aus Leidenschaft, Stefan Schauss

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