Erfahrungen & Bewertungen zu Stefan Schauss

Wohnrecht vs. Nießbrauchrecht

Jul 20

Teil 2: Wohnrecht

Sie besitzen Wohneigentum und machen sich Gedanken, wie Sie im Alter darin wohnen bleiben können und trotzdem die Immobilie bereits heute an Ihre Kinder übertragen können? Dann kommen für Sie zwei Möglichkeiten in Frage, bei denen Sie Ihre Rechte nicht komplett abtreten müssen. Zum einen das sogenannte Nießbrauchrecht, zum anderen das lebenslange Wohnrecht. Im letzten Ratgeber ging es um das Nießbrauchrecht. Heute erkläre ich Ihnen kurz das Wohnrecht.

In beiden Fällen kann die vorweggenommene Schenkung und Eigentumsübertragung an Ihre Nachkommen erbschaftssteuerliche Vorteile haben.

Das Wohnrecht ist in §§ 1093 BGB geregelt. Es bezeichnet das Recht, eine Immobilie zu bewohnen – ohne selbst Eigentümer zu sein. Wie das Nießbrauchrecht wird das Wohnrecht im Grundbuch als Grunddienstbarkeit eingetragen. Entweder als persönliche Dienstbarkeit: Hier beschränkt sich die Nutzung lediglich auf die eingetragene Person (und den eingetragenen Lebenspartner im Todesfall). Oder als dingliches Recht: Hier dürfen auch Familienmitglieder oder Pflegekräfte die Immobilie zu Wohnzwecken nutzen.

In der Regel zahlen Sie als Inhaber eines Wohnrechts keine Miete. Sie sind aber zur Instandhaltung der Räumlichkeiten und zur Zahlung der laufenden Nebenkosten verpflichtet. Grundlegende Umbaumaßnahmen zahlt üblicherweise der Eigentümer, der hierfür Ihre Zustimmung braucht. Sollte sich Ihre Lebenssituation einmal ändern und Sie zum Beispiel in ein Pflegeheim ziehen, können Sie jederzeit die Löschung im Grundbuchamt veranlassen.

Achtung – Sie können das Wohnrecht nicht an Dritte weitergeben oder die Wohnräume vermieten. Je nach Eintrag kann das Wohnrecht lebenslang oder auch befristet gelten. Ihr Wohnrecht erlischt nur im Falle einer Zwangsversteigerung, nicht aber bei einem normalen Verkauf! Zu bedenken gilt es allerdings für Ihre Kinder, dass eine Immobilie mit eingetragenem Wohnrecht meist nur mit finanziellen Verlusten zu veräußern ist: Üblicherweise wird ein Betrag abgezogen, der einer fiktiven Miete entspricht, die dem neuen Eigentümer entgeht – berechnet auf Ihre durchschnittliche Lebenserwartung. Hierzu gibt es gesetzliche Regelungen und klare Berechnungsmodelle.

Fazit – Das Wohnrecht unterscheidet sich vom Nießbrauchrecht darin, dass Sie bereits zu Lebzeiten mit dem Besitzübergang die wirtschaftlichen Vorteile an Ihrer Immobilie abgeben. Ein Vorteil des Nießbrauchrecht liegt eindeutig in der Wahlfreiheit, das Haus oder die Wohnung selbst zu nutzen oder aber zu vermieten, um etwaige Kosten für ein Pflegeheim zu bezahlen.

Mein Tipp – Da es um Ihre Lebensqualität im Alter geht, empfehle ich Ihnen sich unbedingt von einem Fachanwalt für Erbschaftsrecht beraten zu lassen. Schließlich geht es für Sie und Ihre Erben um eine stimmige Lösung, die den Besitzübergang Ihrer Immobilie einvernehmlich regelt.

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